Auch wenn der Besitz und der Konsum von Cannabis innerhalb bestimmter Grenzen nicht strafbar ist, heißt das nicht, dass du etwas rauchen und dich dann hinters Steuer setzen kannst. Wirst du erwischt, musst du damit rechnen, dass eine MPU angeordnet wird. Gleiches kann übrigens passieren, wenn du unter Einfluss von Cannabis eine Straftat begehst, die gar nichts mit dem Straßenverkehr zu tun hat.
Die Führerscheinstelle ordnet immer dann eine MPU an, wenn sie deine Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr anzweifelt. Solche Bedenken kommen aber natürlich nicht aus heiterem Himmel. Stattdessen gab es einen Vorfall, der die Zweifel hervorgerufen hat. Fahrten unter Einfluss von Alkohol oder Drogen, zu viele Punkte in Flensburg, verkehrsrechtliche Straftaten oder bestimmte Erkrankungen sind Beispiele für mögliche Untersuchungsanlässe.
Seit dem 1. April 2024 ist Cannabis kein Betäubungsmittel mehr. Erwachsene dürfen bundesweit bis zu 25 Gramm bei sich führen, zu Hause 50 Gramm aufbewahren und bis zu drei Pflanzen anbauen. Für die Fahrerlaubnis ändert das wenig: Cannabis steht weiterhin in Anlage 4 der FeV, und wer Konsum und Fahren nicht sauber trennt, riskiert eine MPU. Doch wann ist das der Fall? Und wie läuft die MPU dann ab? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur MPU wegen Cannabiskonsum!
Die Rechtslage seit der Teillegalisierung
Seit dem 1. April 2024 sind Besitz, Anbau und Konsum von Cannabis in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Für den Straßenverkehr gelten seit dem 22. August 2024 eigene Regeln, die vorher so nicht existierten.
- Grenzwert 3,5 ng/ml. Wer mit mindestens 3,5 Nanogramm aktivem THC pro Milliliter Blutserum fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a Abs. 1a StVG. Beim ersten Verstoß sind in der Regel 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot fällig.
- Mischkonsum ist strenger geregelt. Wer Cannabis und Alkohol kombiniert, für den gilt ein absolutes Alkoholverbot. Der Bußgeldrahmen liegt hier bei etwa 1.000 Euro (§ 24a Abs. 2a StVG).
- Fahranfänger und unter 21-Jährige. In der Probezeit und für junge Fahrer gelten strengere Maßstäbe als der allgemeine Grenzwert.
- Ausfallerscheinungen ändern alles. Kommen auffälliges Fahrverhalten, eine Gefährdung oder ein Unfall dazu, wird aus der Ordnungswidrigkeit eine Straftat nach § 316 oder § 315c StGB – unabhängig vom gemessenen Wert.
Wann folgt daraus eine MPU?
Der Grenzwert von 3,5 ng/ml regelt das Bußgeld, nicht die Fahrerlaubnis. Ob zusätzlich eine MPU angeordnet wird, richtet sich nach § 13a FeV. Danach ist bei einem erstmaligen Verstoß eine MPU nur zulässig, wenn zusätzliche Tatsachen den Verdacht auf Cannabismissbrauch begründen. Ab dem zweiten Verstoß ist eine Anordnung dagegen die Regel.
Was als solche Zusatztatsache gilt, ist bundesweit nicht einheitlich geregelt. Die Verwaltungsgerichte orientieren sich unter anderem an einem THC-COOH-Wert ab etwa 150 ng/ml als Hinweis auf regelmäßigen Konsum sowie an sehr hohen aktiven THC-Werten ohne erkennbare Ausfallerscheinungen, weil das für eine ausgeprägte Toleranz spricht. Auch Mischkonsum und frühere Auffälligkeiten zählen dazu.
Was gilt für ältere Fälle?
Vor der Reform galten deutlich niedrigere Orientierungswerte; verbreitet war ein Grenzwert von 1,0 ng/ml aktivem THC. Wem auf dieser Grundlage die Fahrerlaubnis entzogen wurde, obwohl der Wert nach heutigem Maßstab unterhalb der Schwelle läge, kann eine Überprüfung der damaligen Entscheidung anstreben. Ob das Aussicht auf Erfolg hat, hängt davon ab, ob schon damals weitere Umstände gegen die Fahreignung sprachen – etwa Mischkonsum, Ausfallerscheinungen oder regelmäßiger Konsum. Auch hier entscheidet der Einzelfall.
Wann ordnet die Behörde eine MPU wegen Cannabiskonsum an?
Haben die Polizeibeamten bei einer Verkehrskontrolle die Vermutung, dass du unter dem Einfluss von Drogen stehst, führen sie vor Ort einen Schnelltest durch. Fällt er positiv aus, begleitest du die Beamten aufs Revier, damit dir dort ein Arzt eine Blutprobe entnehmen kann. Im Blut lässt sich der Konsum präziser nachweisen als durch einen Drogen-Schnelltest.
Die gemessenen Werte sind dabei ein wichtiges Indiz, aber nicht allein entscheidend. Dabei spielt keine Rolle, ob du mit dem Auto, dem Fahrrad oder einem anderen Verkehrsmittel unterwegs warst. Auch wenn du außerhalb des Straßenverkehrs eine Straftat begangen hast, bei der Cannabis im Spiel war, musst du mit der Anordnung einer MPU rechnen.
Umgekehrt kann die Behörde statt der MPU zunächst ein ärztliches Gutachten anordnen. § 13a Satz 1 Nr. 1 FeV sieht das vor, wenn Tatsachen die Annahme einer Cannabisabhängigkeit begründen.
Was bedeutet gelegentlicher Konsum?
Rechtlich ist die frühere Dreiteilung in einmaligen, gelegentlichen und regelmäßigen Konsum seit dem 1. April 2024 entfallen. Nummer 9.2 der Anlage 4 zur FeV stellt heute nur noch auf zwei Begriffe ab: Cannabismissbrauch, also die fehlende Trennung von Konsum und Fahren, und Cannabisabhängigkeit. In der Praxis schaut die Behörde trotzdem weiter auf dein Konsummuster – es ist ein Indiz für den Missbrauchsverdacht, und die Begutachtungsstelle leitet daraus ab, wie lange du Abstinenz nachweisen musst.
Maßgeblich an dieser Stelle sind zwei Werte, nämlich der aktive THC- und der THC-COOH-Wert:
- Der aktive THC-Wert zeigt an, wie kurz der letzte Konsum zurückliegt. Die Ordnungswidrigkeitsschwelle liegt seit August 2024 bei 3,5 ng/ml. Der früher verbreitete Orientierungswert von 1 ng/ml ist damit überholt – für die Frage, ob eine MPU folgt, kommt es heute auf die Zusatztatsachen nach § 13a FeV an.
- Der THC-COOH-Wert bemisst die Abbauprodukte vom Cannabis im Körper. Je höher der Wert ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du immer wieder zum Joint greifst.
Je nachdem, ob die Behörde in ihrer Fragestellung von einem gelegentlichen oder einem regelmäßigen Cannabiskonsum ausgeht, sind die Voraussetzungen und Anforderungen, die du erfüllen musst, um die MPU erfolgreich zu bestehen, verschieden. Doch damit stellt sich die Frage, wie die Behörde einen gelegentlichen Konsum überhaupt definiert.
So mancher Betroffene geht davon aus, dass mit einem gelegentlichen Konsum gemeint ist, dass nur hin und wieder etwas geraucht wird, ohne dass eine Abhängigkeit besteht. In diesem Sinne wäre immer dann ein gelegentlicher Konsum gegeben, wenn der Cannabiskonsum in kleinerem Umfang erfolgt, also zum Beispiel nur am Wochenende oder ein-, zweimal im Monat.
Hat sich dein Konsum also zum Beispiel nicht zufällig auf einer Party ergeben, sondern konsumierst du auch für dich alleine, kann das problematisch sein. Gleiches gilt, wenn du dich gezielt zum Kiffen mit Freunden verabredest oder den Konsum bewusst planst. Führt dein Konsum zusätzlich zu Problemen im Beruf, in der Familie oder im sozialen Umfeld, ist der Einfluss der Drogen auf dein Leben offenbar groß.
Welche Grenzwerte sind bei einer MPU wegen Cannabiskonsum maßgeblich?
Für die Einordnung deines Konsumverhaltens orientiert sich die Behörde an deinen Aussagen der Polizei gegenüber und an deiner Vorgeschichte. Eine entscheidende Rolle spielen außerdem die ermittelten Blutwerte.
An dieser Stelle musst du aber unterscheiden, wer die Blutentnahme angeordnet hat und wann sie erfolgte. Hat die Polizei den Bluttest veranlasst und wurde die Probe direkt nach dem Vorfall entnommen? Oder hat dich die Führerscheinstelle dazu aufgefordert und die Blutentnahme fand ein paar Tage später statt?
Gerichtsfest ist die Blutentnahme, die die Behörde angeordnet hat. Und dabei werden meist folgende Werte zugrunde gelegt: Diese Werte stammen aus der rechtsmedizinischen Praxis, stehen so aber in keinem Gesetz. Sie dienen der Einordnung des Konsumverhaltens und sind nicht mit dem Bußgeld-Grenzwert von 3,5 ng/ml zu verwechseln.
| THC-COOH im Blutserum | Einordnung des Konsummusters |
|---|---|
| unter 5 ng/ml | Einmaliger oder sehr seltener Konsum möglich |
| 5 bis 75 ng/ml | Gelegentlicher Konsum |
| über 75 ng/ml | Regelmäßiger Konsum |
Liegt nur der Befund der zeitnahen Blutentnahme vor, die die Polizei veranlasst hat, musst du die genannten Werte verdoppeln. Der Grund dafür ist die Halbwertzeit vom THC-COOH-Wert. Bei einem gelegentlichen Konsum halbiert er sich innerhalb von zwei, drei Tagen, bei einem regelmäßigen Konsum kann die Halbierung eine Woche und länger dauern.
Wie lange ein Cannabiskonsum im Blut überhaupt nachweisbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Häufigkeit und der Menge der konsumierten Substanz spielt unter anderem eine Rolle, wie du dich ernährst, wie viel Sport du machst und wie dein Stoffwechsel generell funktioniert. Als grobe Faustregel gilt, dass du bei einem einmaligen Konsum nach etwa einer Woche, bei einem gelegentlichen Konsum nach ungefähr vier Wochen und bei einem regelmäßigen Konsum nach frühestens drei Monaten komplett clean bist.
Wichtig sind aber tatsächlich immer auch die Aussagen, die du bereits gemacht hast. Hast du zum Beispiel eingeräumt, dass du am Wochenende auf einer Party hin und wieder mal einen Joint rauchst, wird dir ein gelegentlicher Konsum unterstellt, selbst wenn deine Blutwerte das so nicht unbedingt nahelegen würden.
Sind Abstinenznachweise notwendig?
Seit März 2026 gilt die 5. Auflage der Beurteilungskriterien, nach denen die Gutachter urteilen. Sie zieht die Konsequenz aus dem Konsumcannabisgesetz und behandelt Cannabis nicht mehr wie eine harte Droge. Bei gelegentlichem Konsum ohne Anzeichen für Missbrauch oder Abhängigkeit kann deshalb auch ein belegter kontrollierter Umgang genügen, statt vollständiger Abstinenz. Entscheidend ist, ob du Konsum und Fahren zuverlässig trennst. Kläre deine Einstufung mit der Begutachtungsstelle, bevor du ein Programm buchst.
Um dir die Chance auf ein positives MPU-Gutachten zu sichern, wirst du in aller Regel nicht um Abstinenzbelege herumkommen. Eine bestandene MPU ohne nachgewiesene Abstinenz ist im Prinzip nur dann möglich, wenn es sich um einen einmaligen Cannabiskonsum gehandelt hat oder wenn du außerhalb des Straßenverkehrs mit einer geringen Menge Cannabis angetroffen wurdest.
Ansonsten kannst du davon ausgehen, dass du Abstinenznachweise vorlegen musst, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:
- Aufgrund der ermittelten Blutwerte wirst du als regelmäßiger Konsument eingeschätzt.
- Als gelegentlicher Konsument wurdest du mit einem aktiven THC-Wert ab 3,5 ng/ml erwischt.
- Bei deiner Fahrt hattest du zusätzlich auch Alkohol getrunken oder andere berauschende Substanzen konsumiert.
- Du bist in der Vergangenheit bereits wegen anderer Drogen auffällig geworden.
- Ein Kontrollverlust oder eine Persönlichkeitsstörung liegt vor.
Über welchen Zeitraum du deine Abstinenz dokumentieren musst, richtet sich nach den Umständen in deinem Fall. Bei gelegentlichem Konsum genügen häufig sechs Monate. Geht die Behörde von regelmäßigem Konsum aus, werden meist zwölf Monate verlangt, in schweren Fällen auch 18 Monate.
Um keine unnötigen Risiken einzugehen, kannst du bei der Behörde nachfragen, dich an eine MPU-Beratungsstelle wenden oder dich von einem Anwalt für Verkehrsrecht beraten lassen. Kläre den nötigen Zeitraum unbedingt vorher ab: Zwölf Monate auf Verdacht zu belegen, kostet schnell mehrere hundert Euro zu viel. Ob du die Nachweise über Urintests oder Haaranalysen führst, bleibt dir überlassen.
Wie läuft eine MPU wegen Cannabiskonsum ab?
Eine MPU wegen Cannabiskonsum ist inhaltlich mit einer MPU wegen Alkohol und generell mit einer MPU wegen Drogen vergleichbar. Nur steht eben dein Cannabiskonsum im Mittelpunkt.
Unabhängig vom konkreten Untersuchungsanlass soll jede MPU deine Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr unter körperlichen, geistigen und charakterlichen Aspekten beurteilen und eine Verhaltensprognose für die Zukunft abgeben. Deshalb gliedert sich eine Begutachtung immer in drei Abschnitte, die du auch bei einer MPU wegen Cannabiskonsum durchläufst.
Medizinische Untersuchung
Bei der Untersuchung durch den Arzt geht es zunächst um deinen gesundheitlichen Zustand und deine körperliche Verfassung im Allgemeinen. In einem Routine-Check hört der Arzt dabei unter anderem dein Herz und deine Lunge ab, testet deine Reflexe und überprüft deine Beweglichkeit. Um sich einen Eindruck von deiner Koordination zu verschaffen, bittet er dich, auf einem Bein zu stehen, mit dem Finger deine Nasenspitze zu berühren oder gerade eine Linie entlangzulaufen.
Im Gespräch befragt dich der Arzt zu Vorerkrankungen, akuten Beschwerden und Medikamenten, die du einnimmst. Außerdem kann er ein paar Fragen dazu stellen, ob und welche körperlichen Auswirkungen dein Cannabiskonsum hatte.
Bei der MPU musst du in aller Regel durch den Abschlussbericht deines Abstinenzprogramms belegen, dass du den Cannabiskonsum eingestellt hast. Allerdings dokumentieren die Nachweise die vergangenen Monate. Um zu kontrollieren, ob nach wie vor abstinent bist, gibst du bei der ärztlichen Untersuchung noch einmal eine Blut- oder Urinprobe ab.
Computergestützter Leistungstest
Der Reaktions- und Leistungstest bei der MPU misst, ob dein geistiges Leistungsvermögen gemindert ist. Der Test findet an einem speziellen Computer statt, wobei die Begutachtungsstelle die eingesetzten Testverfahren individuell für dich zusammenstellt. Je nach Eignungsfrage für dein Gutachten kann der Test deshalb im Umfang variieren.
Zum Standard gehört ein Reaktionstest, bei dem du als Reaktion auf aufleuchtende Farbfelder und eingespielte Tonsignale die entsprechenden Tasten und Pedale drücken musst. Daneben kann ein Verkehrssituationstest, bei dem du dir Fotos von Verkehrsszenen einprägen musst, ein Figurenvergleichstest oder ein Linienverfolgungstest auf dem Programm stehen. Insgesamt ist der Computertest aber gut zu bewältigen.
Psychologische Untersuchung
Der wichtigste Abschnitt der MPU ist die psychologische Untersuchung. Das Gespräch mit dem Gutachter dauert ungefähr eine Stunde und beinhaltet Fragen, die sich auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft beziehen. Eine zentrale Rolle spielt dabei natürlich dein Cannabiskonsum.
Aber die MPU bezieht sich nicht nur auf den Vorfall, der die Begutachtung zur Folge hatte. Stattdessen will der Gutachter herausfinden, ob du dich intensiv mit der ganzen Problematik auseinandergesetzt und die tieferen Ursachen erkannt hast. Denn du kannst nur dann an dir arbeiten, deine grundlegende Einstellung ändern und dein Fehlverhalten dauerhaft abstellen, wenn du weißt, wie deine Verhaltensweisen entstanden sind und sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben.
So etwas wie einen festen Fragenkatalog gibt es bei der MPU nicht. Vielmehr entscheidet der Gutachter selbst darüber, welche Inhalte er mit dir bespricht. Allerdings orientiert sich der Gutachter an den verbindlichen Beurteilungskriterien. Diese Richtlinien legen fest, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, um die Fahreignung positiv zu bewerten.
Ähnlich wie in einem Vorstellungsgespräch gibt es deshalb auch bei der MPU typische Fragen, die regelmäßig gestellt werden. Und bei einer MPU wegen Cannabiskonsum sind das zum Beispiel diese:
- Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie das erste Mal Cannabis konsumiert?
- Wie hat sich Ihr Drogenkonsum entwickelt?
- Warum haben Sie Cannabis konsumiert?
- Welche Auswirkungen auf Ihr Leben hatte der Cannabiskonsum?
- Hatten Sie vorher schon einmal versucht, den Konsum einzustellen?
- Wie stehen Sie heute zu Drogen?
- Ist Ihnen die Abstinenz schwergefallen?
- Was haben Sie sich für die heutige MPU vorgenommen?
- Was hat sich in der Zwischenzeit verändert, was ist jetzt anders als vorher?
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Sie nicht rückfällig werden?
Du musst dem Gutachter glaubhaft vermitteln können, dass du verstanden hast, was schiefgelaufen ist, und diese Problematik stabil im Griff hast.
Wie teuer ist eine MPU wegen Cannabiskonsum?
Die Kosten, die im Zusammenhang mit der MPU wegen Cannabiskonsum anfallen, setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Dazu zählen die Gebühr für die MPU selbst und die Ausgaben für die Abstinenznachweise.
In beiden Fällen kann es sich aber lohnen, die Preise mehrerer Anbieter miteinander zu vergleichen. Denn sowohl die Begutachtungsstellen als auch die Labore können die Gebühren selbst festlegen. Und größere Preisunterschiede sind durchaus möglich. Achte bei der Auswahl nur darauf, dass du dich für einen Anbieter entscheidest, der die notwendige Zulassung hat. Sonst erkennt die Führerscheinstelle deine Gutachten nicht an.
Ein weiterer Kostenfaktor ist die Vorbereitung auf die MPU. Hier kommt es natürlich darauf an, ob du zum Beispiel Einzelsitzungen bei einem Psychologen, einen Gruppenkurs in einer Beratungsstelle oder einen Online-Kurs buchst. Wie du dich am besten vorbereitest und wovon du am meisten profitierst, ist individuell verschieden. Nur ist eben sehr wichtig, dass du dich gut vorbereitest. Denn anders ist die MPU kaum zu schaffen.
Für das Gutachten selbst solltest du 600 bis 1.300 Euro einplanen. Kommen Abstinenznachweise (je nach Dauer und Methode rund 300 bis 900 Euro), eine Vorbereitung und die Gebühr für die Neuerteilung dazu, liegt die Gesamtrechnung erfahrungsgemäß zwischen 2.000 und 3.000 Euro.
Fazit zur MPU wegen Cannabiskonsum
Wurdest du nach einem Cannabiskonsum im Straßenverkehr auffällig, entscheidet § 13a FeV darüber, ob eine MPU folgt: beim ersten Mal nur mit Zusatztatsachen, ab der zweiten Zuwiderhandlung im Regelfall. Geht die Behörde von einem gelegentlichen oder regelmäßigen Konsum aus, brauchst du in aller Regel Abstinenznachweise. Bei der MPU selbst gilt es dann, dem Gutachter aufzuzeigen, dass du deinen Fehler einsiehst, die Problematik gründlich aufgearbeitet und eine stabile Verhaltensänderung erzielt hast.
Rechtsstand: Seit August 2024 gilt für Cannabis ein eigener Grenzwert und mit § 13a FeV eine eigene Regelung. Was sich konkret geändert hat, steht im Beitrag Was sich bei der MPU geändert hat.
Wie ein Gutachten bei Cannabis konkret aufgebaut ist und worauf der Gutachter achtet, steht im Beitrag MPU-Gutachten bei Cannabiskonsum.
Letzte inhaltliche Prüfung: 9. Oktober 2026
Methodik und was wir ausdrücklich nicht behaupten →
Ömer Bekar ist Performance-Marketing-Manager und SEO-Spezialist aus Bremen. Seit 2006 arbeitet er im Suchmaschinenmarketing und hat vier Führungsrollen als Head of SEO beziehungsweise Head of Performance Marketing verantwortet, inhouse wie auf Agenturseite, zuletzt für die Sit&Watch Media Group und Best Placed Media. Parallel konzipiert und betreibt er seit 2006 digitale Eignungsauswahlverfahren und Vorbereitungsportale für Behörden, Unternehmen und Bewerber, darunter polizeitest.de, bundeswehrtest.de und einstellungstest.de. Die technische Umsetzung übernimmt er selbst, von der Testplattform und der Auswertung bis zu strukturierten Daten und Tracking. Die fachliche Prüfung der Testinhalte liegt bei Diagnostikerinnen und erfahrenen Praktikern.